BrokerConvent 2025
Beim BrokerConvent 2025 gab es nach der Prodiumsdiskussion zum Thema Offertprozess Nichtleben Personenversicherung (NLPV) viele Fragen aus dem Publikum, die wie hier gerne beantworten.
Wie viel Marktanteil hat Alabus?
alabus fokussiert sich als Standard-Softwareanbieter auf mittelgrosse und grosse nationale und internationale Broker und Inhouse Broker in der Schweiz. In diesem Segment ist alabus seit vielen Jahren etabliert.
Die Frage zu den Marktanteilen kann nicht beantwortet werden, da keine Definition vorliegt, was als 100% bezeichnet wird. Betrifft dies den Umsatz im untersuchten Markt-Segment, betrifft dies die Anzahl Benutzer, welche als registrierte Benutzer in der Software registriert sind, handelt es sich um die Benutzer, welche das Portal benutzen, handelt es sich um das Prämienvolumen der verwalteten Policen …
Welchen Vorteil hat der Versicherer, wenn eine Offertanfrage via brokerbusiness erfolgt bzw. er mit ihnen zusammenarbeitet? Bei SOBRADO gibt es z.B. Marktdaten.
brokerbusiness.ch (bb.ch): Eine über bb.ch übermittelte Offertanfrage erfolgt strukturiert und weitestgehend standardisiert. Dies bringt im Wesentlichen zwei Vorteile mit sich:
1. Die Offertanfrage enthält alle Informationen und Unterlagen, die für die Offerierung gebraucht werden.
2. Die erhöhte Standardisierung führt zu einem gemeinsamen Verständnis, was genau unter den gewünschten Leistungen verstanden wird (bspw. bei besonderen Bedingungen).
Beides reduziert Rückfragen und Leerläufe, und erhöht somit die Effizienz.
Versicherer, die unsere Services lizenzieren, erhalten zudem Zugriff auf unseren Marktvergleich (qualifizierte Deckungsaussagen aus AVB’s, ZB’s, BB’s) sowie diverse statistische Daten auf Basis des Gesamtvolumens, das über bb.ch abgewickelt wird (Offertanfragen, Benchmarking, Abschlussquoten je interessierende(n) Versicherungsbranche / Zeitraum).
Wie werden die Events bearbeitet bei einem Übermittlungsfehler?
Gundsätzlich erhält der Absender eines Events ein ErrorEvent als Antwort, wenn ein Fehler aufgetreten ist. Je nach Case wird dieses Error Event entweder von EcoHub versendet, oder vom Empfänger. Aus Business Sicht bedeutet der Empfang eines ErrorEvents i.d.R., dass der Prozess abgebrochen wird.
Mehr Details sind hier Dokumentiert: https://ecohubag.atlassian.net/wiki/spaces/DP/pages/153649658/SAF+Error+Handling
Welche Versionen von Billing/Commissioning/Reminder werden ab 2028 unterstützt? Wird der Proxy DXP2SAF für diese drei Standards weiterhin verfügbar sein?
Sofern es in der Zwischenzeit keine neuen Versionen dieser Standards gibt, werden die Versionen 5.4.1 und 5.2.1 aktiv sein.
Der DXP-2-SAF-Proxyservice wird nur solange im Einsatz sein, bis der DXP Service abgelöst ist.
Warum will EcoHub eine Hypothekenplattform anbieten?
EcoHub bietet keine eigene Hypothekenplattform an. EcoHub stellt einen Marktplatz zur Verfügung, auf dem verschiedene Anbieter von Services und Dienstleistungen für Broker und Versicherer ihre Lösungen anbieten können. Diese Angebote werden direkt vom jeweiligen Anbieter an die Nutzerinnen und Nutzer erbracht und sind keine Services oder Produkte von EcoHub. Dazu gehören auch Services und Angebote im Bereich Hypotheken.
Welche Versicherer sind beim Rollout an SAF angeschlossen und and den erarbeiteten NLPV Prozess? Neben Axa und Zürich
Beim Rollout sind es AXA und Zürich und in der nächsten Phase werden dann Mobiliar und weiter folgen.
Wenn ich das Projekt korrekt verstanden habe, wird im 2026 sicher die Offerten NLPV durchgehend dunkel automatisiert mit AXA und Zürich komplett nutzbar sein?
Ja, das ist korrekt. Im Jahr 2026 werden die Offerten über NLPV durchgehend dunkel automatisiert mit AXA und Zürich vollständig nutzbar sein. In den Jahren 2026 und 2027 werden zudem weitere Versicherungen hinzukommen.
Wie wird bei IGB2B priorisiert wenn im 2026 mehrere Versicherer als „fast follower“ aufspringen? First come, first serve?
Grundsätzlich ja, first come, first serve. Die Hauptaktivitäten und Aufwände finden bei den „followern“ statt. Die EcoHub AG hilft bei der technischen Anbindung der SAF-Infrastruktur und ist für die technische Zertifizierung verantwortlich. Die IG B2B hilft bei der fachlichen Integration des Kernprozesses NLPV und ist für die fachliche Zertifizierung verantwortlich. Es ist deshalb wichtig, dass Sie sich frühzeitig mit der Anbindung auseinandersetzen und gemeinsam mit EcoHub AG und IG B2B die notwendigen Schritte planen.
Wenn wir bereits ein internes Offerttool haben, kann man dies anbinden?
Ja, das ist möglich. Wenn Sie bereits ein internes Offerttool nutzen, kann dieses angebunden werden. Für Unterstützung kontaktieren Sie bitte integration@myecohub.ch.
Wie wird mit Weiterentwicklungswünschen von versch. Versicherungsunternehmen umgegangen?
Weiterentwicklungswünsche und sämtliche geplanten Änderungen, werden in einem Backlog gesammelt und entsprechend bewertet und priorisiert und bei Bedarf oder Notwendigkeit umgesetzt. Änderungen im Kernprozess bedeuten auch zeitgleich neue Versionen, welche von allen angebundenen Mitgliedern übernommen werden müssen (insb. Softwareanbieter) damit sie alle Versicherer bedienen können.
Per welchem Zeitpunkt ist es geplant, NLPV für den Privatkundensegment auszurollen?
Aktuell gibt es keine Pläne den Kernprozess auf das Privatkundensegment auszuweiten.
Wird die Bearbeitungszeit für die Angebote verkürzt?
Die Bearbeitungs-/Antwortzeiten der Versicherer werden sich dank vollständiger, strukturierter und einheitlicher Daten verkürzen.
Die strukturierten Daten können bei Versicherern automatisiert in die eigenen Systeme übernommen und für eine Weiter- und Dunkelverarbeitung genutzt werden.
Einzelne Schritte, wie E-Mails triagieren und öffnen, Dateien abspeichern, Daten der Ausschreibung manuell in das eigene System übertragen, etc. fallen dadurch weg. Dies führt sicherlich zu einer Beschleunigung der Angebotserstellung und reduziert die Medienbrüche und dadurch auch die Fehlerquote.
Wenn eine Offerte angenommen wird, kann dann der Versicherer noch ablehnen?
Korrekt, der Versicherer entscheidet immer am Ende der Prozesskette, ob er das Risiko bzw. die unterzeichnete Offerte annehmen oder ablehnen will.
Offener Punkt „Varianten“: Dies wird also zu Beginn bspw. im KTG nicht möglich sein?
Varianten zu einzelnen Branchen, werden mit der Version 1.0 noch nicht möglich sein.
AKD Datenformat relevant? Können nebst PDF auch andere Formate hochgeladen werden?
Nebst dem PDF-Dokument, können auch andere Datenformate (es sind alle gängigen Formate möglich) gesendet werden.
Wie wurde das System trainiert, die AKD Daten von verschiedenen Vers. Gesell. auszulesen und zuzuteilen? Mit KI?
Sobrado verwendet gängige KI-Modelle, welche ausschliesslich in der Schweiz betrieben werden. Sobrado trainiert keine KI-Modelle. Unser Wissen besteht darin, die KI-Modelle richtig zu verwenden („Prompting“) und diese nahtlos in unsere Plattform und Prozesse zu integrieren.
Ist es geplant, den AKD-Prozess, d.h. die Anfrage an die Gesellschaften und die Einbindung der Ergebnisse des AKD, künftig auch zu automatisieren?
Wir streben einen möglichst hohen Automatisierungsgrad an und eine einfache Handhabung für Broker und Versicherer mit strukturierten Daten. Die technischen Möglichkeiten und Abklärungen finden gemeinsam mit EcoHub AG noch statt.
Werden noch andere Sparten angegangen?
Aktuell gibt es keine Pläne den Kernprozess auf weitere Branchen auszuweiten.
Erstellt der Versicherer parallel noch die Offerte als PDF? Oder erhalten wir “nur” noch die 500 Datenpunkte?
Die Offerte als PDF-Dokument wird ebenfalls durch den Versicherer erstellt und mit den Daten übermittelt.
Ein Broker kann selbst ja keine Offerte annehmen. Wie wird der Kunde integriert, damit dieser die Offerte annehmen kann?
Die Annahme der Offerte bezieht sich auf die Funktion in der jeweiligen Software mit welcher der Broker die Offerte (für den Kunden) annehmen kann. Der Kunde muss das Dokument (Offerte/Antrag) immer noch unterzeichnen (physisch oder digital). Das unterzeichnete Dokumente wird dem Versicherer als Antrag übermittelt.
Die meisten Broker machen Angebotsrunden. Wurde das bereits für die Zukunft geplant?
Zur Zeit ist dies nicht geplant.
Lohnt sich für weitere Versicherer eine Anbindung?
Absolut, eine SAF-Anbindung und Integration des neuen Kernprozesses lohnt sich für weitere Versicherer. Je mehr Versicherer angebunden sind, desto grösser die Auswahl für Broker und Kunden. Ebenso profitiert der neu angebundene Versicherer von strukturierten und einheitlichen Daten, was die internen Abläufe effizienter macht und Kosten spart.
Welche Branche können folgen? Welche nicht?
Wir werden die Bedürfnisse des Marktes dazu noch einholen.
@ Sobrado: Hat das KI-Training mit produktiven Daten stattgefunden?
Nein, Sobrado trainiert keine KI-Modelle. Produktiv-Daten werden ausschliesslich dort verwendet, wo der effektive Ausschreibungsprozess durch den Broker für seinen Kunden stattfindet.
Wenn wir Sobrado nutzen, ist dies kein Vorteil für uns? Korrekt?
Die NLPV-Schnittstelle ändert die Kerndienstleistung von Sobrado, nämlich die Erstellung eines ausgefüllten Offertvergleiches, nicht. Die Sobrado-Broker profitieren indirekt davon, dass die Versicherer die mittels Schnittstelle an Sobrado angebunden sind, die Offertanfragen schneller verarbeiten und somit die Offerten schneller dem Sobrado-Broker zur Verfügung stehen.
Sobrado ist der einzige Softwareanbieter, der in der Lage ist, aus verschiedenen Datenquellen (PDF, Excel, Schnittstelle, usw.) einen vollständig ausgefüllten Offertvergleich zur Verfügung zu stellen. Damit spart der Broker massiv Zeit.
Für weitere Informationen können Sie Sobrado unter sales@sobrado.ch kontaktieren.
Verursacht der direkte Offerten-Vergleich mit der Aufstellung der bestehenden Police zusätzliche Kosten über den bereits bezahlten Mitgliedsbeitrag?
IG2B: Der Offert-Vergleich ist nicht Bestandteil des Kernprozesses. Diese Funktion muss beim Softwareanbieter bezogen werden.
Sobrado: Nein.
Wird der Offertenvergleich automatisch abgefüllt oder muss dies vom Vermittler getan werden?
Sobrado: Ja, der Offertvergleich wird von Sobrado automatisch erstellt. Sobrado ist der einzige Softwareanbieter, der in der Lage ist, aus verschiedenen Datenquellen (PDF, Excel, Schnittstelle, usw.) einen vollständig ausgefüllten Offertvergleich zur Verfügung zu stellen. Damit spart der Broker massiv Zeit.
Für weitere Informationen können Sie Sobrado unter sales@sobrado.ch kontaktieren.
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alabus: Der Offertenvergleich wird vollständig automatisch erstellt.
Dank dem strukturierten Datenaustausch im neuen Prozess können die relevanten Informationen aus den verschiedenen Offerten systematisch ausgelesen und direkt gegenübergestellt werden.
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brokerbusiness.ch (bb.ch): bb.ch hat 24 Versicherungsbranchen umfassend digitalisiert. Dabei ist die Erstellung von Offertanfragen/Vergleichen ein wichtiger, aber bei weitem nicht der einzige Prozess, der digital unterstützt wird.
Der heutige Automatisierungsgrad bei der Erstellung eines Vergleichs hängt von der Versicherungsbranche ab, und reicht von vollautomatisiert (bspw. im BVG mittels Extraktion von Versichertenverzeichnissen im Excel-Format) bis manuell (bspw. in der Branche „Vertrauensschaden“).
In KTG, UVG und UVG-Z werden die über die neue SAF-Schnittstelle übermittelten Offerten vollautomatisiert in den Vergleich integriert.
Bei Offerten ausserhalb SAF erfolgt der Vergleich heute teilautomatisiert, dass heisst der Benutzer ist noch manuell involviert. Ab 2026 investieren wir in die Datenextraktion mittels modernster (KI-) Technologie, um die Automatisierung des Vergleichs auch bei Versicherern ohne SAF-Anbindung sicherzustellen.
Werden die Daten der bestehenden Police bei meinem CRM abgeholt, oder manuell von mir eingepflegt oder gar via EcoHub beim Versicherer abgeholt?
Sobrado: Es ist nicht zu erwarten, dass Versicherer in absehbarer Zeit Policen-Daten in einem verarbeitbarem Format via Schnittstellen zur Verfügung stellen werden. Sobrado ist bereits heute in der Lage über bestehende Schnittstellen Policen-Daten aus Broker-CRMs zu importieren.
Für weitere Informationen können Sie Sobrado unter sales@sobrado.ch kontaktieren.
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alabus: Erstellt der Vermittler eine Offertanfrage direkt in unserer Broker-Software, werden sämtliche relevanten Policen-Informationen automatisch übernommen und können anschliessend für die Anfrage angepasst werden. Dazu gehören:
• Kundendaten
• Vertragsdaten
• Personengruppen
• Deckungsdetails
Wird eine Offerte angenommen, fliessen die Policen-Informationen in die neue Police bzw. Policenversion zurück. Dadurch entsteht ein durchgängiger Prozess ohne Medienbrüche.
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brokerbusiness.ch (bb.ch): Ja, Policen Modalitäten (Kopfdaten) sind in bb.ch über bestehende Schnittstellen zu führenden Verwaltungssoftwareanbietern (CRM) bereits synchron vorhanden. Darüber hinaus verfügen unseren Kunden gerade in KTG, UVG und UVG-Z bei einem Grossteil ihres Portefeuilles auch über die Daten zum Policeninhalt (Personengruppe, Leistungen, Vertragsdetails etc.), da a) jeder über bb.ch abgewickelte Geschäftsfall zu umfassenden strukturierten Daten führt, und b) Policen einfach und teilautomatisiert abgebildet werden können. Diese Policendaten werden sowohl für neue Geschäftsfälle als auch für die ganzjährige Kundenbetreuung (im Front- und Backoffice) genutzt, also auch für die Erbringung von Mehrwertdienstleistungen für KMU-Kunden (automatisierte Lohnabzüge, Jahresvergleiche von Prämiensätzen etc.).
Der im Rahmen des Offertwesens erarbeitete IG B2B-Standard für KTG, UVG und UVG-Z würde rein fachlich wahrscheinlich zu über 95 % auch die versichererseitige Übermittlung von Daten zum Policeninhalt ermöglichen. Ob und wenn ja zu welchem Zeitpunkt darauf basierend auch der Kernprozess Vertragserstellung realisiert werden soll, entzieht sich unserer Kenntnis.
Nutzt Sobrado auch die SAF Schnittstelle?
Sobrado ist mit dem Produkt „Sobrado Connect“ seit Jahren in der Lage, über Schnittstellen Offertanfragen verschlüsselt an Versicherer zu senden und Offerten von diesen zu empfangen. Neu ist dies nun zusätzlich auch über die SAF-Schnittstelle möglich.
Wie werden die internen Tarifinformationen seitens Versicherer eingepflegt?
Die Tarifinformationen bleiben weiterhin bei den Versicherern, da die VU weiterhin die Offerten erstellen und über die Schnittstelle zurücksenden. Die Tarifinformationen müssen deshalb nicht in EcoHub eingepflegt werden.
Ein effizienter Prozess mit Dunkelverarbeitung bedeutet die Minderung von manueller Arbeit – gibt es eine Schätzung wieviel hier eingespart werden kann?
Dies hängt vom Automatisierungs- und Verarbeitungsgrad des jeweiligen Versicherers ab. Es werden nicht alle Anfragen durchgängig, automatisiert und dunkel verarbeitet werden können. Es werden – wie bisher (je nach Regelungen des Versicherers) Anfragen ausgesteuert und Offerten manuell erstellt werden müssen. Die Kommunikation bzw. die Übermittlung der Offerten, erfolgt -sofern über den Kernprozess angestossen- immer über die EcoHub-Plattform und die Daten sind digital verfügbar.